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Du bist hier salzinet »Blog »Artikel : Ökostrom - kleiner Überblick - 01.04.2011
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blog | Ökostrom - kleiner Überblick

# 86 || 01.04.2011 09:33:23

Ökostrom - kleiner Überblick

Hier die 4 renomierten Ökostromanbieter im Überblick:

Anbieter Grundpreis Arbeitspreis 2500 KWh / Jahr Anmerkung
Greenpeace Energy 8,90 € / Monat 24,8 Cent / KWh 726,80 € Genossenschaft
Lichtblick 8,95 € / Monat 23,64 Cent / KWh 698,40 €
ElektrizitätsWerke Schönau 6,90 € / Monat ab 23,9 Cent / KWh 680,30 € Genossenschaft
Naturstrom AG 7,95 € / Monat 21,25 Cent / KWh 626,65 €

Reihenfolge stellt keine Wertung da

Unter Umständen kann man auch von anderen Anbietern Ökostrom beziehen, allerdings muss man sich dann sehr genau mit den Anbietern beschäftigen. Der Bezug von Ökostrom ist momentan in erster Linie eine politische bzw. Marktstrategische Entscheidung, da noch keine wesentlichen Anteile aus Öko-Kraftwerken kommen und somit weder ein AKW noch ein anderes Kraftwerk abgeschaltet werden konnte. Insofern mach der Bezug von Ökostrom nur Sinn, wenn man sich für einen Anbieter entscheidet, der in keiner Weise mit den großen Kohle-/Atom-Monoplisten und ihren Strukturen verflochten ist. Es gibt im deutschen Strommix schon seit vielen Jahrzenten Anteile von Strom aus regenerativen Quellen, z.B. aus Norwegischen Wasserkraftwerken. Dieser Strom wird bei vielen pseudo-Ökostromanbietern einfach aus dem normalen Strommix ausgegliedert und mit einem Aufschlag als Ökostrom verkauft. Dieses Verhalten fördert in keiner Weise eine Energie-Wende in Deutschland. Die Kraftwerke sind oft 40 Jahre alte Fischhäcksler, unter allen aktuellen Ökostandards, die den Konzernen satte gewinne bringen, während sie neue Kohlekraftwerke bauen.

Aus Sicht des Neztausbaus ist es meiner Ansicht nach auch Sinnvoll kleine Unabhängige und Bürgernahe Stromversorger zu unterstützen, da eine dezentrale ökologische Stromversorgung ein anderes Netz als eine durch Großkraftwerke und Monopole gestaltete Stromversorgung erfordert. Ich persönlich bevorzuge eine Genossenschaftsform, da es mir absurd erscheint, mit Grundbedürfnissen einer Gesellschaft einigen wenigen Milliardengewinne zu ermöglichen.

Um noch einige "Ökostromanbieter" zu erwähnen, die ich unter keinen Umständen wählen würde: Naturenergie, Wikipedia schreibt: "75,97-prozentige Tochter der EnBW". E WIE EINFACH - laut Wikipedia "eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der E.ON Energie AG". Die Liste ist endlos.
Leider helfen einem die Labels und Zertifikate auch nicht weiter. Das OK-Powerlabel sagt eigentlich nichts aus, denn: "Die Geschäftspolitik des Unternehmens, das dieses Produkt vertreibt, wird hingegen nicht bewertet. Daher enthält das ok-power-Label auch keine Einschränkungen für den Betrieb von Kernkraftwerken oder den Einsatz fossiler Brennstoffe durch die Stromlieferanten oder deren Anteilseigner" (Wikipedia). Bei vielen anderen Labels sieht es ähnlich aus. Ausführlichere Infos dazu findet man z.B. auf atomausstieg-selber-machen.de.

Wer etwas für eine Wende hin zu erneuerbaren Energiequellen tun möchte, kann also nicht einfach irgendwelchen Ökostrom kaufen - dass könnte man dann auch sein lassen. Nur wenn man Strom kauft, der direkt den ökoloigischen Kraftwerksausbau fördert hat man perspektivisch die Chance etwas für die Umwelt zu tun. Greenpeace Energy hat dazu eine Tochter, die den Kraftwerksbau vorantreibt (Plant Energy).

Da es ja nun kein Geheimnis ist, wo ich meinen Strom kaufe muss ich wohl noch einer Frage vorbeugen: Warum beim teuersten? Greenpeace Energy verlangt so hohe Grundgebühren, weil damit alle Kosten gedeckt sind, mein Umsatz ist Ihnen also total egal. Nur so kann ein Energieversorger ernsthaft behaupten ein Interesse am Strom sparen zu haben, bei den Angeboten mit Mischkalkulation ist so etwas verlogen. Der Arbeitspreis ändert sich ständig. Als ich Kunde wurde, war der Arbeitspreis billiger als die Drewag. Die letzte Preiserhöhung kam später als bei vielen anderen und vorher wars im Vergleich eher günstig, evt. zu günstig, denn momentan zahlt man 0,3 Cent für Verluste aus 2009. Die Strompreise werden sehr transparent aufgeschlüsselt, das ist mir persönlich wichtiger als irgendwo einen Cent zu sparen.
Man sollte nie vergessen wie groß das Einsparpotential überhaupt ist (wie beim Tanken, für komma-Cent durch die Stadt fahren, aber dann noch eine 3€ Kaffee an der Tanke mitnehmen... ). Der Preisvergleich muss über einen längeren Zeitraum gemacht werden um aussagekräftig zu sein. Ich denke, über ein paar Jahre wird es keine Firma schaffen konsequent deutlich günstiger die gleiche Qualität zu bieten. Und zu guter Letzt, ich gehöre angeblich zu Deutschlands glücklichsten Stromkunden.

Kleiner Nachtrag: Video: Etikettenschwindel beim Ökostrom


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